EINIGE DINGE PLUS X

Ich kann ja auch nicht dafür, dass jetzt auf einmal alles anders ist. Keine Ahnung, was das alles soll. Der Zeitpunkt, dieses Ding hier anzufangen, scheint angesichts der auf einmal weltweiten Krise, irgendwie schlecht geworden zu sein. Oder jedenfalls schreit die Zeit und das Potential der Verheerung von allem nach einem anderem. Sich hinzuhocken an den Tisch und mit den Apparaturen herumzuspielen, während die Gesellschaft welke Blätter der breiten Märzsonne zeigt, hat etwas fahrlässiges.

Zur Sprache tragen

... und nicht aufhören können, an den Absatz zu denken.
Aber was sonst? Fahrlässig war der Gedanke hier schon von vornherein: Irgendwie sich eine Möglichkeit ein- und auszubilden, um das Gewusel der Notizen und Gedanken nicht unbedingt in eine Form aber zur Sprache zu bringen, zu tragen, ist von jeher immer gescholten worden. Ich wollte mich langsam herantasten an das, was mich fasziniert und jetzt muss ich mich fragen, ob ich’s noch darf oder ob’s schon ein Verstoß wäre kontemplativ zu sein und irgendwelche Dinge zu produzieren in Sprache und so weiter, für die es schon vor dieser Zeit hic et nunc keinen Markt gab.
Immerhin enttarnt die allgemeine Vernarrtheit ins Klopapier seinen Warenfetisch, egal ob sich drüber amüsiert oder aufgeregt wird und egal auch, wer sich jetzt daheim voll Selbststolz über die irre Selbstvorsorge mit sparsamen Zellstofflagen den Hintern penibel säubern kann.

Promenieren in Berlin

Ich war vor wenigen Wochen noch in Berlin. Da gab es noch keinen großen Ausbruch, keinen Katastrophenfall und keine Masken. Ich habe mir noch Gedanken gemacht beim herumwanken über das Hauptstadtpflaster zu Sprache und Klang. Habe Bücher gekauft in Kreuzberg über Video und Digitalität. Habe Walter Benjamin und Milan Kundera gelesen und einige Clips mit dem Handy für mögliche Loops gemacht. (Letzteres werde ich hoffentlich diesen Monat noch verfolgen können). Ich habe auch folgendes geschrieben:

"Sprache und Klang und alles trägt der Verlust in der Zeit und ihren Gewinn: Das Kalkül, die Vorhersehbarkeit, scheitert an der Zukunft. Was gleich ausgesprochen wird oder dass überhaupt etwas gesprochen wird, das hat man vor. Aber niemand weiß, was dann noch und doch rauskommt. Der Gewinn trotzt und liegt genau darin: Die Zukunft wehrt sich gegen das Programm mit ihrer Dauer: Auch die Programme scheitern. Es stürzt sich aus den noch nicht geschlagenen Zeigerschlägen; die unbestimmte Möglichkeit, das bisschen was, irgendetwas, frei vielleicht oder neu, und hinterlässt in dieser Erkenntnis einen Triumph. Zu wissen, dass die zukünftige Geschichte vielleicht einen Reiz haben kann."

Endlich schließen

Ich weiß es nicht. Ich fange an mit dem Denken oder dem Schreiben oder dem Sprechen oder oder oder und am Ende habe ich keine Ahnung mehr, was der Anfang war. Alles ist überstürzt und alles ist provisorisch. Man sollte zuhause bleiben. Die Welt wird dann schon an dieser Kapsel vorbeiziehen. Ich habe eben bemerkt, dass der Ahorn draußen in einem der anderen Stadthaushinterhöfe hinter meinem Fenster schon seine Blätter vor der Sonne sprießen lässt. Sie welken nicht. ></div>
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